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Atem-Stimme-Bühnenstimme

5. Juni 2015 - 6. Juni 2015

Ein Seminar für Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen der berufsbegleitenden Fortbildung für ‚Darstellendes Spiel‘ des Berliner Senats.

(Beide Seminare sind bereits ausgebucht) _MG_8293

Arbeit an der Stimme beinhaltet immer Arbeit an sich selbst. Daher vermeide ich es in diesem Kurs, eine Häufung von sprechtechnischen Übungen weiterzugeben, die man intellektuell verstehen kann, dem Einzelnen aber keine körperliche Erfahrung schenken, die im Muskelsystem abgespeichert werden kann.

Darum beginnt dieser Kurs mit Körperarbeit: der Wahrnehmung der Balance zwischen Spannung und Entspannung in der äußeren und feineren inneren Muskulatur. In diese Balance wird die Stimme integriert: das freie Schwingen in der Resonanz – das wird die Basis der Bühnenstimme. Diese Wahrnehmung kann erhalten werden, wenn der Körper voll in die Schwerkraft kommt,d.h., er steht. Wir finden heraus, welche Muskulatur für einen freien Stand zuständig ist, und wie die Ruheatmung in eine Leistungsatmung gehen kann, ohne die eroberte Freiheit der Kehle zu beeinträchtigen: die Erfahrung, dass die erhobene Stimme nicht bloß lauter und mehr ist, sondern die Folge einer anderen Verbindung von Muskulatur ist.

Dies ist eine Erfahrung, die man in seinen Alltag integrieren kann. In der Verbindung zum Text lernen wir, dass das gesprochene Wort nicht als intellektuelle Leistung vom Körper getrennt sein darf, sondern über dem Atem mit ihm verbunden wird, in ihm verankert wird. Durch die Berührung mit mir selbst gelingt es uns, dem Wort einen emotionalen Ausdruck zu verleihen, mit dem der Zuhörer in Resonanz treten kann.

Wir benutzen dazu Chorszenen aus den griechischen Tragödien, in denen sich der Einzelne noch in den Gruppenklang integrieren kann, gehen über Beispiele aus der Lyrik zu vorbereiteten Monologen, wo es dann immer wieder um die eigene Wahrnehmung der emotionalen Verbindung mit dem Wort geht.

Wir lernen, was die Stimme für Strategien auffährt, um -nicht- gehört zu werden, d.h., um nicht emotional berührt zu werden (denn das verrät ja etwas von uns selbst), und was mit mir und dem Auditorium passiert, wenn ich diese Berührung zulasse: ich bewege mich in meiner wirklichen Kraft, erlebe meine frei schwingende Stimme körperlich und fühle eine deutliche Verbindung zu Raum und Publikum. Diese Situation kann ich eins zu eins in den Klassenraum übertragen.

Details

Beginn:
5. Juni 2015
Ende:
6. Juni 2015

Veranstaltungsort

Jugendkunstschule Atrium
Senftenberger Ring 97
Berlin, Berlin 13435 Deutschland
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Website:
www.studio-fuer-gesang-berlin.de