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Studio für Gesang
 
 
VORSINGEN
audition
 
 
 
 
 
 
 
 
"Can you remember an inspired moment in your life? Can you remember your feeling at that point an can you draw from that experience?
(James Levine)                                  
 
 
Jeder Sänger, jede Sängerin kennt diesen Moment, wo wir aus der privaten Übesituation heraustreten und uns der neuen, öffentlichen Vorsingsituation stellen müssen. Oft herrscht zwischen den beiden Momenten eine schmerzhafte Diskrepanz. Warum ist das so?
Ich möchte einige Arbeitsweisen, die sich in meinem Studio herausgebildet haben, beschreiben, weil es immer deutlicher wird, dass wir viele andere Disziplinen heranziehen müssen, um mit dieser Situation umgehen zu können.
Um bei einem Vorsingen positive Ergebnisse zu erzielen, bedarf es einer wirksamen Strategie. Eine Strategie ist ein erfolgreiches Rezept. Dies wird benötigt, weil diese Präsentationssituation uns mit unseren inneren, verborgenen Schwächen und Altlasten konfrontiert, die mit dem Singen erst einmal gar nichts zu tun haben. Die sind in diesem Moment nicht mehr kontrollierbar. Also muss eine Strategie im Vorfeld wirksam sein, d.h.,mit welcher Motivation gehe ich in ein Vorsingen hinein?
Ich muss nicht beweisen, dass ich Sänger/in bin-
Ich brauche keine Legitimation von Aussen-
Natürlich sind genau diese Faktoren im Unterbewussten präsent, mehr noch, genau jetzt spüre ich, dass sie auch Thema sind, das oft die Motivation, Singen zu wollen, überlagern.
Wie kann ich dem begenen?
Wir sprechen nicht über musikalisch-technische Vorbereitung - die ist Voraussetzung.
Aber wie bringe ich mich in einen resourcenreichen Zustand, wie erreiche ich das Energielevel, auf dem die Lust und die Freude des Sängertums hör-und sichtbar wird?
 
 
 
 
 
 
 
 
Studio für Gesang
Ich stelle mir im Vorfeld eine eigene Situation vor, wo ich mich stark und erfolgreich gefühlt habe.
Die zentrale Frage ist: was war das allererste, was ich in dieser Situation der erfolgreichen Handlung gemacht oder gedacht habe?
War es etwas, was ich gesehen, gehört oder gefühlt habe?
Mit dieser Fragestellung gehe ich die gesamte Situation durch: was war das Nächste, was dann passierte?
Auf diese Weise bekomme ich einen deutlichen Eindruck, dass es unterschiedliche Motivationsstrategien gibt, und ich kann herausfinden, mit welcher ich am erfolgreichsten arbeiten kann.
- visuell (ich konstruiere ein inneres Bild)
- kinästhetisch (ich etabliere ein Gefühl)
- auditiv (ich führe einen inneren Dialog)
 
Es sind meistens alle drei Faktoren anwesend, durch meine Fragestellung finde ich aber heraus, welches Element führt und welche Richtung meine-meist unbewußte-Strategie hat.
Strategien schaffen Ergebnisse.
"Erfolg kann zusammengefasst werden als Sich- hineingeben, Glauben und Flexibilität."
Für das nächste Vorsingen heißt das konkret:
Ich erinnere mich z.B. an eine erfolgreiche Auftrittsituation.
Was ist das erste, was ich denke?
Visualisiere ich den Konzertraum, eine Bühne oder eine Kirche?
Erinnere ich mich an einen Geruch oder kann ich den Stoff auf meiner Haut nachfühlen, aus dem meine Konzertkleidung war?
Wie war meine Kommunikation mit dem Begleiter, mit dem Orchester?
Wie die mit dem Publikum?
Wie nahm ich mein eigenes Singen wahr?
Wie nahm ich meinen Körper während des Auftretens und wie während des Singens wahr?
Hat mich die Musik getragen oder stand ich als Beobachter neben mir und schaute zu, wie die Dinge mit mir geschehen?
Je sorgfältiger wir diese Punkte sammeln, umso deutlicher erkennen wir, dass in einer erfolgreichen Handlung viele Strategien beteiligt sind.
Unser Ziel ist, dass wir uns in einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit auf einem hohen Energielevel bewegen und ein Wohlbehagen ausstrahlen. Dies ist die Basis, das wir Raum haben, über die Stimme emotionale Impulse zu transportieren und so in Kontakt mit dem Publikum traten.
Ein Vorsingen kann so für die Ausübenden eine Konzert-und Bühnensituation werden, die ihnen Raum zur Entfaltung gibt, weil Sie diesen Moment positiv erinnern.
 
 
(Siehe: O`Connor/Seymour.NLP:Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung.Freiburg 1992)
 
(c) Andreas Talarowski 2006                                               Foto:Iwona Kowalczyk